Ich öffne dir den Weg zum Schreiben auf leichte Weise

Veröffentlicht am: 10.08.16 | von Ines Franzke
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Manche Bilder gehen einem nicht mehr aus dem Kopf. Eines dieser Bilder zeigt meinen früheren Mann. Er kommt vom Arztbesuch nach Hause, ich erwarte ihn seit einer Stunde, bin ängstlich. Er läuft die Treppe hoch, auf mich zu. „Mein Schatz, sagt er, „meine Diagnose ist Parkinson“.

Die Krankheit war nicht über Nacht hereingebrochen. Sie hatte sich angekündigt. In einem monatelang schmerzendem Arm, der immer gefühlloser wurde. In halb durchwachten Nächten, in denen die Krankheit meinen damaligen Mann keinen Schlaf finden ließ. Im Zittern, wenn er die Tür aufschloss. In Sprüchen von Kollegen, die hinter vorgehaltener Hand tuschelten, er würde trinken. Ein Besuch beim Arzt kam lange Zeit nicht in Frage. Natürlich, denn die Angst war groß vor dem, was dieser offenbaren würde.

Wenn ein lieber Mensch aus deiner Familie an einer chronischen Erkrankung leidet, hast du sicherlich ähnliche Erfahrungen gemacht. Es gibt Anzeichen, die uns darauf hinweisen, dass etwas im Körper sich verändert hat. Zunächst nehmen wir sie nicht so wichtig. Doch die Symptome bleiben hartnäckig. Der Alltag fordert uns so sehr, der Erkrankte beißt die Zähne zusammen und macht weiter so gut es eben geht, so lange es geht. Wir als Angehörige sorgen uns. Das kann zu manchen Meinungsverschiedenheiten führen. Irgendwann aber, führt kein Weg mehr am Besuch beim Arzt vorbei. Der schickt zum Spezialisten. Es vergehen meist Wochen mit Warten auf Termine, auf Untersuchungsergebnisse. Und dann die Diagnose.

Sie ist ein Schock. Wir frieren unsere Gefühle ein. Wir machen weiter. Halten fest an unserer Routine. Derweil spielen sich mögliche und unmögliche Szenarien in unserem Kopf ab. Fragen über Fragen tauchen auf: Wie wird sich der geliebte Mensch entwickeln? Wie schnell wird die Krankheit voranschreiten? Was kann man tun? Wie kann die Schulmedizin helfen. Gibt es alternative Heilmethoden zur Unterstützung? Wie kann die Familie damit klarkommen? Wie kann ich als Angehöriger damit klar kommen?

Viele Angehörige sind von einer Diagnose einer chronischen Erkrankung ihres lieben Menschen zunächst vollkommen überrannt. Sie ignorieren die Tatsache der unheilbaren Krankheit, führen den gewohnten Alltag einfach fort. Sie wollen stark sein. Sie brauchen die vertraute Routine als Sicherheit. Doch die Kehrseite der Medaille ist: das kostet sie eine Menge an Kraft und Energie.

Schreiben löst den Schock

Schreiben ist in solch einer Situation eine wunderbare Möglichkeit, sich der neuen Lebenssituation behutsam anzunähern. Schreibe deine Geschichte. In welcher Situation hast du die Diagnose einer unheilbaren Krankheit deines lieben Menschen erfahren? Welche Bilder hast du vor Augen? Wie hast du reagiert? Was hast du empfunden?

Probiere es doch einfach mal aus!

Ich öffne dir den Weg zum Schreiben auf leichte Weise.

Alles was du brauchst:

  • Stift und Papier oder ein Laptop
  • 5 Minuten Zeit an einem ungestörten Ort
  • Einige Tage, die du dir gönnst, um dein 5-Minuten-Schreiben zum begonnen Thema fortzusetzen
Und so geht’s los:

Atme dreimal bewusst ein und aus. Denke an die Situation, als du die Diagnose deines lieben Menschen erfahren hast. Welche Bilder entstehen? Schreibe dann spontan los. Vergiss alles, was du übers Schreiben gehört und gelernt hast, wie es sein sollte. Schreibe was du siehst, was du hörst, was du empfindest. Es können einzelne Worte sein, Silben, halbe Sätze, Laute, alles ist erlaubt.

Bitte bleibe 5 Minuten ununterbrochen im Schreiben. Du brauchst kein Nachdenken. Erlaube dir einfach nur zu schreiben, was in diesem Moment durch deinen Kopf und dein Herz geht. Alles was du schreibst ist richtig und gut!

Höre nach 5 Minuten wieder auf. Ziehe ein Fazit in einem knappen Satz. Oder in einem Wort.

Setze diese Art des Schreibens wie du die Diagnose erfahren hast, einige Tage fort. Ziehe jeweils ein kurzes Fazit.

Du wirst schon bald feststellen: Wenn du zu Papier bringst, was du erlebt hast, beginnt sich der Schock sanft zu lösen. Das bringt dir deine Handlungsfähigkeit wieder zurück.

Spürst du, dass Schreiben dir gut tut? Schon in wenigen Wochen kannst du mit meinen Selbsthilfekurs zum umfassenden Schreiben starten. Im Moment bereite ich dieses Angebot als neunteiligen Kurs vor.

Ich wünsche dir Kraft und Liebe

Deine Ines Franzke, Wegbegleiterin

Du kannst es gerne weitersagen:

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