Gönne dir Entlastung mit deiner Sprache

Veröffentlicht am: 02.03.18 | von Ines Franzke
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Achte auf Deine Gedanken, sie werden zu Worten.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Talmud

Heute will ich dir davon berichten, welche Möglichkeiten du als Angehörige eines chronisch Kranken in der Familie oder als Trauernde hast, dir auf der sprachlichen Ebene Entlastung zu gönnen.

Wenn wir dies bewusst tun, folgt die Entlastung im Alltag unserem Geist.

Alles was wir dazu brauchen, ist unsere Aufmerksamkeit: Für das, was wir denken, und für das, was wir sprechen.

Sicher hast du heute schon einige Unterhaltungen geführt. Weißt du noch, was dein Gesprächspartner gesagt hat? An den Inhalt kannst du dich sicherlich erinnern. Doch wenn ich dich jetzt bäte, den genauen Wortlaut wiederzugeben, würde es dir vermutlich nicht gelingen. Du könntest nicht mehr sagen, wie dein Gesprächspartner seine Sätze gebaut hat. Ob sie vollständig waren. Oder ob müssen dabei war oder schnell.

Entlarve deine Druckmacher in deiner Sprache

Hast du je darauf geachtet, ob du müssen und schnell verwendest? Ob du diese Wörter sogar häufig am Tag aussprichst? Und hast du je darauf geachtet, wie du dich bei diesen Wörtern fühlst?

Den meisten Menschen machen sie Druck und Hetze. Es gibt Wörter, die uns gut tun. Die wir kaum gebrauchen oder gar nicht. Und andere, die uns nicht so gut bekommen, benutzen wir dennoch regelmäßig.

So will ich dir bewusst machen:

  • Jedes Wort wirkt.
  • Jedes Wort macht etwas mit uns.
  • In der Sprache liegt eine ordnende und heilsame Kraft. Sie wartet nur darauf, dass wir sie in Anspruch nehmen und nutzen. Wir können sie nutzen, um damit Entlastung zu schaffen, Freiräume zu schaffen. Dafür gebe ich dir etwas aus der Grammatik. Ich biete dir Zukunft an. Rein grammatikalisch.

 

Ich nehme einen Beispielsatz:

  • Ich muss noch schnell zur Apotheke.

Sprich ihn bitte einmal laut vor dich hin. Bitte sprich ihn dann noch ein zweites Mal laut. Wie wirkte er auf dich?

Wir signalisieren mit diesem Satz: Heute hab ich so viel zu tun. Ich hab im Grund gar keine Zeit dafür.

 

Da bietet uns das Futur beispielsweise folgende Alternative:

  • Jetzt räume ich die Spülmaschine aus. Danach werde ich zur Apotheke gehen und mein Rezept einlösen.

Hast du bemerkt, was geschehen ist?

Das schnell ist verschwunden. Und du wurdest genauer. Du gibst jetzt ein anderes Bild von deiner Situation.

 

Und noch eines kannst du tun, um dir in deiner herausfordernden Lebenssituation Entlastung zu schenken:

Eine Fastenkur. Ich inspiriere dich zu einem Wortfasten.

Und das geht so: Ich nehme dir das Wort schnell – einschließlich aller Variationen in deinem Dialekt (bei uns Schwaben ist es g’schwind + glei) einfach weg.

Und zwar zwei Mal täglich 20 Minuten. In dieser Zeit achtest du besonders auf die Worte, die du verwendest.

Natürlich kann es sein, dass dir das Wort zwischendurch entwischt. Dann schmunzle einfach darüber und freue dich, dass du es bemerkt hast!

Wenn du bewusst darauf achtest, hilft es dir umzudenken. Ganz in deiner eigenen Zeit, wie du sie brauchst.

Probiere es einfach aus. Ich lade dich herzlich dazu ein. Wenn du mehr darüber für deine eigene Lebenssituation erfahren willst, nutze meine Beratung.

Ein Wort zum Schluss: Ich habe mir dies nicht selbst ausgedacht. Damit befassen sich Mechthild von Scheurl-Defersdorf und Dr. Theodor von Stockert vom Nürnberger Institut LINGVA ETERNA. Dort absolvierte ich Mitte Februar 2018 meine Ausbildung zur Fachdozentin und Coach.

Du kannst es gerne weitersagen:

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