Deutsch geht gut 2018 – Willkommen in der Metamorphmagie

Was wünschen sich Jugendliche, wenn sie drei Wünsche frei hätten? Die Antworten der Schülerinnen und Schüler der Realschule im Aurain in Bietigheim-Bissingen sowie der Gustav-Schönleber-Schule haben mich berührt. Sie lauteten

• keine Obdachlosen

• Weltfrieden

• Hass und Neid verschwinden lassen

• Mehr Rechte für Frauen, Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender

• Dass meine Familie und ich gesund werden

• Heilen können

• Gerechtigkeit in der Welt

Andere würden sich wünschen Netflix unbegrenzt und umsonst nutzen zu können, Hogwarts bauen, Baumann soll real sein, alle sind Metamorpmagier, Ins Marvel-Universum reisen (mit Superhelden, Superschurken, Gruppierungen, Figuren ohne Superkräfte), die wahre Liebe in meinem Leben, Zeit stehen bleiben lassen, Trumps Kopf für Hannibal auf nem Teller serviert, schnelle Autos, Sean Connery Back to 007, Valdi seine Nase zurück (er vermisst sie)…

Dazu gesellte sich als weiteres Thema die Trauer um einen geliebten Menschen. Damit hatten die Jugendlichen Stoff, die Seiten ihrer Schreibhefte während der elf Treffen von Ende Februar bis Mitte Mai zu füllen. Sie ließen sich auf den Prozess ein nach innen zu gehen und verfassen sehr persönliche, ehrliche und auch inspirierende Texte.

Es lohnte sich, die Schülerinnen und Schüler der vier Schreibprojekte bei der Abschlusslesung am 17. Mai 2018 um 16 Uhr in der Sandschule in Bietigheim-Bissingen zu hören. Ihre Texte sind nachzulesen auf der Website von Deutsch geht gut: http://www.deutsch-geht-gut.de

 

 

Vor den Pfingstferien fand am 1. Juni 2017 die Abschlusslesung in der Schule im Sand statt

Engagierte Schüler mit großer Lust auf eigene Themen für Geschichten und Texte – so lassen sich die Schreibwerkstätten des Projektes Deutsch geht gut in der Realschule im Aurain sowie der Gustav-Schönleber-Schule im Rückblick auf dieses Jahr am passendsten auf den Punkt bringen. Das Projekt besteht in diesem Jahr bereits seit 15 Jahren. Erstmals nahm auch die Gustav-Schönleber-Schule teil.

Deutsch geht gut ist eine Elterninitiative. Eltern setzten eine Herzensidee in die Tat um. Ohne dass sie die Finanzierung gesichert hatten, machten sie sich damals einfach auf den Weg. Mich bewegt es, dass die Projektmacher Roland Bender und Ulrike Diesse diesen wunderbaren Rahmen über 15 Jahre hinweg stets aufs Neue geschaffen haben. Sie fanden Autoren nichtdeutscher Herkunft, die in deutsch publizierten, jedes Jahr erneut fanden sie Sponsoren, die Deutsch geht gut finanzierten. Ich kann nur erahnen wie viel Engagement, Kraft und Beharrlichkeit beide da hinein gegeben haben. Dafür sage ich ganz herzlich: Dankeschön!

Unter deutsch geht gut sind die Schülertexte nachzulesen.

 

 

Seit Anfang März 2017 schreiben sie  wieder:

Schüler an fünf Schulen in Bietigheim-Bissingen treffen sich im wöchentlichen Literatur-Projekt zum kreativen Schreiben. Das kreative Schreiben der Neuntklässler der Realschule im Aurain sowie der Schülerinnen und Schüler der Gustav-Schönleber-Schule in Bietigheim-Bissingen bringe ich mit verschiedenen Anregungen zum Schreiben in Schwung. Die Abschlusslesung aller wird am Donnerstag, den 1. Juni 2017 in der Schule im Sand stattfinden. 

Die diesjährigen Autoren, die zur Lesung und Diskussion an den beteiligten Schulen sein werden, bevor die Schreibwerkstätten an den Schulen beginnen, sind zu finden unter: www.deutsch-geht-gut.de

 

 

 

Es ist geschafft! Am 23. Mai 2016 war die Abschlusslesung von Deutsch geht gut in Bietigheim-Bissingen

Die Schreibwerkstatt mit den Neuntklässlern in der Realschule im Aurain – von Mitte Februar bis Mitte Mai – hat mich aufs Neue überrascht: Ein kleiner Impuls genügt, schon sprudeln Schülerköpfe voll kreativer Ideen. Zu Papier gebracht, entsteht Lustiges, Ernstes, Fantasievolles, Fantastisches.

Die Schreibwerkstatt in der Realschule im Aurain hatte in diesem Jahr neun Teilnehmer. Fünf waren aus der neunten Klasse, zwei aus der Zehnten, die letztes Jahr schon eifrig dabei waren, zwei kamen aus der Gustav-Schönleber-Schule. Wir trafen uns elf Mal für jeweils 90 Minuten.

Die Motivation, die die meisten mitbrachten war groß, die Ziele hoch gesteckt. Sie träumten davon ein Buch zu schreiben. Doch die Praxis zeigte schnell: Sich weniger vornehmen bringt oft mehr.

Für die Ideensammlung ist die Phase, des Drauflosschreibens oft gut, auch notwendig, doch wer danach eine längere Geschichte schreiben will, braucht Struktur und Grundkenntnisse des dramatischen Aufbaus. Um Schüler beim Schreiben von längeren Texten zu unterstützen, berücksichtige ich den jeweiligen Arbeitstyp, wie es für einen sinnvoll ist vorzugehen.

Um eine Geschichte mit ihrem Plot stimmig zu gestalten, braucht es Bereitschaft zum Planen der Story. Nachdem wir mehrfach darüber gesprochen hatten, untersuchten die Teilnehmer das bereits zu Papier gebrachte: Welche Ereignisse waren geeignet für Wendepunkte, die eine Geschichte mit Spannung anreichern und beleben? Auf welchen Höhepunkt sollte das ganze zusteuern? Wie sollte das Ende der Handlung aussehen? Nicht alle Schüler hatten den langen Atem, das Überlegte in den bereits geschriebenen Text einzuarbeiten. Und es zeigte sich daran, dass es vor allem Jugendlichen schon viel abverlangt, Texte in verschiedenen Arbeitsprozessen zu überarbeiten und schleifen. Einige griffen die Anregungen gerne auf, ihre Geschichten nahmen an Fahrt auf und führten intensiver in die Welt der handelnden Personen hinein.

Insgesamt staunte ich über die gute Beobachtungsgabe der Gruppe. Eine Teilnehmerin, die auch ohne Schreibwerkstatt gerne und oft schreibt, hatte sich zum Ziel gesetzt, diese eine Geschichte zu Ende bringen. Zuvor hatte sie zwar einige angefangen, doch immer an dem Punkt aufgehört, an dem sie nicht wusste, wie es weitergehen sollte. Die oben beschriebenen Überlegungen für Aufbau und Struktur einer Geschichte halfen ihr dabei, ihre Story tatsächlich zu einem Ende zu führen. Sie entschied sich für ein glückliches Ende der Liebe zwischen zwei jungen Menschen. Schwierig genug war es allemal, denn es waren Drei im Spiel gewesen – einer zu viel. Doch das Herz der Begehrten traf die Entscheidung. Ein anderer Schüler, der keinen Zugang zum kreativen Schreiben fand, tat sich mit einem fiktiven Interview überraschend leicht. Sein persönliches Interesse am Thema hatte seine Kreativität geweckt. So kam jeder Teilnehmer zu dem, was ihm lag. Die Sonderveröffentlichung der Schülertexte von der Bietigheimer Zeitung erscheint voraussichtlich im November. Bis dahin sind die Texte unter  www.deutsch-geht-gut.de nachzulesen.